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WalterSobchak
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WalterSobchak » blog » Brief an Mami

Brief an Mami

     
29.01.2008 21:21

Liebe Astrid

Liebe Astrid

Heute ist unser erster Jahrestag. Ich möchte dir sagen, dass ich dich liebe, dass ich dich vermisse.

Ich erinnere mich immer wieder daran, wie wir miteinander gespielt haben, weißt du noch? Im Kindergarten? Ich habe dir nie gesagt, wie sehr ich es hasste mit Puppen zu spielen, weniger wegen dem Spiel als wegen der Hänseleien der anderen Jungs. Erinnerst du dich? Doch ich tat es gerne, weil ich mit dir spielte. Ich habe dir das nie gesagt, so wie du mir nie gesagt hast, dass du es nicht mochtest, wenn wir mit unseren Rädern zum Bach fuhren. Hast du gewusst, dass ich nicht ungern mit Puppengeschirr hantierte, so wie ich dir angesehen habe, dass es dir nicht behagt, dass du dort am kalten Wasser warst? Doch du bist nie gegangen, hast mir immer geduldig zugesehen, bis ich meinen Staudamm fertig hatte, genauso wie ich mich mit dir um Florentine gekümmert habe, solange bist Gertude, harsch zum aufräumen mahnte, erinnerst du dich an sie? Die gestrenge Pädagogin? Wir haben aufgeräumt oder den Damm wieder gebrochen, immer gemeinsam, bis zum Ende.

Vom ersten Tag, als du zum ersten Mal in der Tür zum Kindergarten standest, waren wir zusammen. Ich weiß, dass du es warst, die die Pausenbrottasche von Katharina mit Sand gefüllt hast, weil sie sich über mich lustig gemacht hatte. Ich weiß bis heute nicht, wie du den Sand unbemerkt in die Umkleide gebracht hast, geheim und ohne Spuren zu hinterlassen. Ich war es der dem fiesen Bertie ein Veilchen verpasst hat, weil er dich in der Pause mit Wasser bespritzt hat. Auf seinem Nachhauseweg habe ich auf ihn gewartet, habe ihn mit einem Stock vom Rad gestoßen und als er gestürzt war, habe ich ihm eine verpasst. Was sollte ich schon anderes machen, er war schon damals einen Kopf größer als ich. Er hat dir nie wieder was getan, aber mich hat er verprügelt, den Grund habe ich dir nie verraten. Nicht einmal als ich anschließend zu dir nach Hause und du mir die Watte in die Nase gestopft hast, damit sie aufhört zu bluten.

Das waren unsere Tage, glücklich und unbeschwert, immer gemeinsam bis zum Ende.

Weißt du noch unser ersten Ball? Du bist mit Alexander hingegangen und den ganzen Abend habe ich mir vorgestellt, wie ich ihm eine verpasse, immer wieder ohne jemals müde zu werden. Ich hätte gehen sollen, aber ich habe dich den ganzen Abend beobachtet, ich erinnere mich an jede Strähne deines Haares, an jede Falte in deinem Kleid, du warst so bezaubernd an diesem Abend. Vermutlich habe ich mich an dem Abend in dich verliebt.

Aber Alexander wurde dein Freund, du hattest keine Zeit mehr für mich, als ich begann mit Sandra auszugehen. Weißt du warum ich mich für sie entschied? Ihre Augen, ihr hattet die gleichen Augen, wenn ich in ihre Augen sah konnte ich mir vorstellen, es wären deine. Sie liebte mich dafür, wie ich sie ansah, weil sie die Liebe in meinem Blick sah, dafür liebte sie mich, für meine Liebe zu dir.

Das mit Alexander dauerte ein Jahr und eines Abends, hast du vor meiner Tür gestanden. Mit Tränen in den Augen hast du es mir erzählt. Sandras Augen haben wie deine ausgesehen, als ich mich am nächsten Tag von ihr trennte. Hast du meine Lüge bemerkt, als ich dir erklärte, dass ich mich einfach von ihr entfernt hatte, hast du bemerkt, dass ich es wegen dir tat? Weil ich wieder deine Augen hatte, in die ich sehen konnte, keine Kopie mehr brauchte.

Drei Wochen später hast du mich gefragt ob ich dich liebe. Ich sagte ja, ich weiß nicht worüber du so überrascht warst, die Schnelligkeit mit der ich antwortete, oder die Antwort selbst. Wir haben die ganze Nacht geredet und geheult. Als du gingst habe ich dich geküsst, du hattest Tränen in deinen wunderschönen Augen.

Ich hoffe bis zum heutigen Tag, dass es nicht die Tränen waren, die du in den Augen hattest als du von mir gingst, die dich das Auto nicht sehen ließen.

Am nächsten Tag, habe ich dich geheiratet, eine Verbindung von der bis heute niemand weiß. Ich saß an deinem Krankenbett und sprach mein Versprechen.

Ich liebe dich in allen Tagen, weil du mich siehst obwohl du mich durchschaust.

Ich liebe dich, weil sein will wo du bist und wo ich bin nicht ohne dich sein kann.

Ich werde dich lieben, immer, bis zum Ende und darüberhinaus.

In drei Tagen ist es ein Jahr her als du starbst.

Ich werde diesen Brief verbrennen, so wie die anderen vor dem, damit meine Worte mit dem Rauch zu dir aufsteigen, um die zu sagen wie sehr ich dich vermisse.

In liebe dein Sebastian

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27.11.2007 00:30

Liebste Weide

Liebste Weide,

ob ich Dich liebe, weiss ich nicht...
Was lieben heisst, habe ich bis heute nicht so richtig verstanden.
Aber falls Liebe etwas mit diesem Gefühl der Abhängigkeit zu tun haben sollte, das ich empfinde, dann scheine ich sie doch zu kennen.

Es ist so lange her, seit ich Dich das letzte Mal getroffen habe.

Ja Dich, ich vermisse Dich, Dich und diesen süsslichen Duft, den Du damals verströmt hast, dieses liebliche Versprechen von mehr in einem Feld von Blumen.

Und dieser Glanz der Deinen Augen innewohnte, manchmal träume ich noch von ihm und wache dann mit feuchten Augen auf...nicht vor Trauer.

Ob wir uns wohl eines Tages wieder sehen werden, so wie damals?
Ich fürchte dieser Traum wird wohl unerfüllbar bleiben, ebenso wie der Traum Dich eines Tages in meinen Armen halten zu dürfen, zu wissen dass Du da bist, ein Teil von mir, wie ich ein Teil von Dir bin.

Denn jene, die Du warst, gibt es nicht mehr und auch ich bin nicht mehr der selbe, die Zeit hat unsere Kanten vorwaschen und uns unser damaliges Profil genommen. Wir sind nicht mehr, die wir waren und was uns einst verband ist dünner geworden, aber ist es dennoch so stark wie einst?

Sicher auch wir hatten unsere Kämpfe, aber über kurz oder lang fanden wir immer wieder zusammen, doch jedes Mal schien es mir als würde die Kluft zwischen uns grösser, die Unterschiede deutlicher und trotzdem fanden wir zusammen.

Was ist es, das uns heute noch verbindet?

Weisst Du es?
Es gäbe so vieles, dass ich Dir damals hatte sagen wollen, ob Sie Ihn damals verstanden hätte?
Vielleicht, aber auch Sie hätte das Eine oder Andere sicher besser machen können...

Ob sich die Zeit wiederholt und ob sie Uns die Chance lässt aus dem Vergangenen zu lernen und etwas Besseres daraus zu machen?

Ich hoffe es, vieles könnte besser werden wenn dem so wäre...

Ergebenst, dein Schilfrohr

(Vielen Dank für die Teilnahme an Lordarianus)
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23.11.2007 14:30

Hallo Mutti...

... mein bevor du es vermutest. Nein, ich brauche kein Geld.

Mir ist nur gerade eingefallen, dass ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe und in den Zeiten, wo wir Postämter schließen müssen. Dachte ich ich versuche den guten alten Brief wiederzubeleben.

Du kennst unsere Familiendevise "Solange man nichts voneinander hört, geht es dem anderen gut." und obwohl man nun anderes vermuten möchte, ist das doch noch immer der Fall. Ich bin immer noch mit Michelle zusammen. Vier einhalb Jahre, wenn das mal nicht nach einem Rekord schreit. Erinnerst du dich noch an den griesgrämigen Kautz von der Herrmannsstraße und seinen Sohn Klaus-Dieter? Klaus ist jetzt in das Haus am Ende der Reihenhaussiedlung gezogen, hat mittlerweile geheiratet. Wir haben uns beim Einkaufen getroffen und uns sofort erkannt, seltsamer Weise auch gut verstanden, erinnerst du dich an damals? Wir waren wie Hund und Katz' damals. Wer hätte dazumal schon gedacht, dass wir einmal auf der Terasse, des jeweils anderen, sitzen würden und friedlich Kaffee trinken würden? Aber so verändert sich die Zeit und wie man schon sagt, man begegnet sich immer zweimal.

Ich weiß, dass ich schon wieder unser Kredo anspreche, aber hast du was von Betty gehört? Ich dachte daran auch ihr einen Brief zu schreiben, leider habe ich die aktuelle Adresse unserer kleinen Auswanderin nicht mehr. Es ist seltsam, erst seit meiner Operation denke ich wieder häufiger an sie und das obwohl wir als Kinder ein Herz und eine Seele waren. Erinnerst du dich? Du hast zu Tante Frieda sogar mal gesagt du würdest dich um uns Sorgen, weil es könne nicht normal sein, dass sich zwei Teenager- Geschwister unterschiedlichen Geschlechtes so gut vertragen und nie miteinander streiten würden. Wie oft wurden wir für ein Pärchen gehalten, als wir gemeinsam ausgingen und mit dem Tag, wo wir auf verschiedene Unis gingen, war es vorbei, auf einen Schlag, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.

Ich bereue es zwar nicht, weil es nichts bringen würde, da man die Zeit ja nicht zurückdrehen kann. Aber heute denke ich, dass ich wieder was von ihr hören will. Wie eine Band, die sich vor Jahren aufgelöst hat und nun vom Kapitalismus wiedervereinigt wird.

Ich muss jetzt Schluss machen, Michelle und ich gehen noch auf einen Ball, vielleicht schreibe ich später noch ein paar Zeilen dazu (wenn ich ehrlich bin schicke ich ihn aber vermutlich so wie er ist ab).

mit lieben Grüßen

dein Sohn Ferdinand

cooler Nickname

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17.11.2007 13:39

Worum geht es??

Nun... ich erinnerte mich gerade an einen guten alten Uboot-"Freund" genannt "cooler Nickname" da gab es mal ein "wir machen alle mit - Tagebuch"...

So ähnlich soll das hier werden...

Wir schreiben alle einen Brief... ist total egal, was da drin steht... wer der Absender ist, oder an wen er adressiert ist... ob er von einem Urlaub handelt, der womöglich nur in der Phantasie des Autors stattgefunden hat, oder ob es ein Brief aus der Landschulwoche ist...

Wie gesagt... einfach die 'Mail me' funktion nutzen und mir mailen... damit ich hier was zum reinstellen hab...

Ein neues- krankes Projekt

von CoolerNickname und WalterSobchak

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16.11.2007 19:45

Liebe Gerti

Liebe Gerti

Zunächst einmal danke für deine Nachricht. Ihr seid also endlich ins neue Haus gezogen. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie glücklich Cuthbert  sein muss endlich einen Garten zum herumtollen zu haben. Aber davon werden wir uns natürlich selbst überzeugen, wenn wir nächstes Wochenende zum grillen kommen.

Ich habe erst vorgestern den Brief von Marianne bekommen. Schön, dass es der jungen Familie gut geht. Wie hast du es denn aufgenommen? Ich meine Oma wird man schließlich nicht jeden Tag... Bei mir wird das (Gott sei dank) wohl noch etwas dauern.

Meine Rasselbande ist ja noch nicht ganz soweit. Sophie ist immer noch mein Sorgenkind. Die Kleine sollte mal etwas mehr rausgehen, stattdessen verkriecht sie sich mit ihren Büchern und schreibt. Von den meisten Sachen will sie nicht, dass man sie ließt, vermutlich fürchtet sie eine vernichtende Kritik, aber das von dem sie selbst überzeugt ist und von sich aus herzeigt ist durchwegs gut. Ihr Deutschlehrer meinte, beim letzten Elterntag, dass man sie unbedingt dahingehend fördern sollte. Es scheint also, dass ich nun zwei Künstler großziehe. Bernhard verschreibt sich ja nun ganz seiner Gitarre. Er spielt jetzt in einer Band, die wenn man seinen Worten glauben mag, einmal ganz groß rauskommt. Ich meine er spielt schon ganz gut mittlerweile, wenn ich da an seine Anfänge zurückdenke und wenn er sich zumindest ab und zu noch zu Hause blicken lassen würde, könnte ich es auch gut finden, dass er nun nur mehr im Proberaum seiner Band spielt.

Erich ist, wie du dir vorstellen kannst, halbverrückt, wenn er daran denkt, dass sein Sohn keinen "anständigen" Beruf erlernen will. Ich möchte ihm am liebsten gar nicht erzählen, dass in Sophie eine Autorin steckt. Solange sie gute Zensuren nach Hause bringt, kann er sich zumindest der Illusion hingeben, einmal eine Anwältin oder so in der Familie zu haben.

Aber das bequatschen wir alles wenn wir uns dann sehen.

Bis zum Wochenende verbleibe ich mit lieben Grüßen

deine Schwester Hildegard

(WalterSobchak)

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10.11.2007 11:06

Urlaub mal anders...

Hallo Gerrit

Nun sind es neun Tage, die wir hier festsitzen, ich habe dir das letzte Mal von Guarhiera aus geschrieben. Wir haben zwar mittlerweile ein Sturmfenster genutzt um uns näher an die Südpassage heranzutasten und liegen nun in einem kleinen Fischerdorf mit dem Namen Pescarino, aber eigentlich sind diese drei Seemeilen nur ein Steinwurf vom Naturhafen von Guarhiera entfernt. Es sind immernoch zwanzig Seemeilen um das Kap zu erreichen. Schon komisch... ich sage noch... wenn wir wieder an der Ostsee sind, reißen wir zwanzig Seemeilen runter wie nichts. Aber es ist schrecklich, das Wetter ist derart sprunghaft, erst gestern haben wir versucht den Pazifik zu erreichen, aber als wir in die nähe kamen, schlug das Wetter um. Scherwinde, Kreuzseen... alles was du dir vorstellen kannst. Ich hab dir von den drei Engländern erzählt? Sie haben es vorgestern versucht, müssen in ziemlich dicke Suppe geraten sein. Habe gehört, dass sie von der Küstenwache mit einem Hubschrauber abgeborgen werden mussten und ihre "PleasureCruise" ein Totalverlust sei. Das drückt natürlich schwer auf die Stimmung hier bei uns an Bord.

Aber wir wollen es morgen nochmal versuchen. Der Wetterbericht sagt "stabil" und auch die hiesigen Fischer sagen, dass man es morgen versuchen sollte, wenn man schon da herum müsse. Es ist schon komisch, wie sie uns "Abenteurer" belächeln, es muss unverständlich für sie sein, dass man extra über den Atlantik segelt, nur um dieses Kap zu runden. Besonders das kalte Wetter hier in der Südsee macht es kein bischen lustig. Aber die Einheimischen sind freundlich, nehmen jeden freudig in ihre Mitte.

Gregor hat sich wie verrückt in eine Einheimische verliebt, aber das war auch auf den Kanaren so und auch sonst in jedem Hafen, wo wir seit unserem Aufbruch in Hamburg festgemacht hatten. Aber man kann ihm nicht mal vorwerfen, dass er es nur auf Sex anlege, der Kerl scheint tatsächlich jedes mal auf Wolke sieben zu schweben, was natürlich wieder relativiert wird, da wir schon jetzt wissen, dass er sich später in Chile wieder unsterblich verlieben wird und es nur noch diese eine Frau geben soll.

Harry hat für einige Tage die Medikamente abgesetzt. Daher muss ich alles, was ich über ihn geschrieben habe, zurücknehmen. Der ist total witzig, hat ständig die Klappe offen, eine Zunge schärfer als jedes Schwert und der Humor trockener als die Spahetti von dir, leider kotzt er sich beim geringsten Seegang den Magen aus dem Leib, wenn er sich nicht mit Tabs vollstopft. Schon seltsam, nach dieser Strecke sollte man es eigentlich gewöhnt sein. Aber ich kann es nicht ganz glauben, dass er dieses Problem zu Hause nicht hat, obwohl... naja er selbst segelt ja einen Tri, vielleicht ist es da tatsächlich besser. Er hat beschlossen die Dosen langsam zu verringern, nennt das seine "Rosskur" ich persönlich glaube einfach, dass seine Vorräte knapp werden und er eine rationieren muss.

Herbert ist so wie immer stohisch ruhig. Der Kerl flucht glaub ich nicht mal, wenn du ihm in den Friesennerz kackst, der sieht das Maleur brummt vielleicht und zieht ihn dann trotzdem an. Du musst ihn unbedingt kennenlernen.

Wie gesagt morgen gehts los und vielleicht kommt der nächste Brief dann schon aus Chile.

Gruß an die Familie

dein Freund auf allen Meeren

 Lars

(WalterSobchak)

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08.11.2007 21:12

Wenn Eine eine Reise tut...

Hallo liebe Daheimgebliebenen,

Ich bin jetzt seit gut zwei Stunden hellwach und liege am Strand. Gestern bin ich gegen 14 Uhr angekommen, und das erste was ich spürte war diese drückende Wärme. Wenn man bedenkt das ich dick eingepackt in den Flieger gestiegen bin, um den knapp 10° Grad zu entkommen, und dann in einem Ort aussteige wo es mehr als doppelt so warm ist, das ist schon irgendwie verrückt.
Na ja jedenfalls, ich hab eine gute Stunde bis zum Hotel gebraucht, in einem Taxi. Oder war das schon die kleine Stadtführung? Man weiß es nicht so genau. Nachdem ich dann endlich im Hotel angekommen war, wartete auch schon das Hotelpersonal mit Sekt und Kaviar. Sekt zur Begrüßung, da kam mir spontan die Frage in den Kopf, warum ich nicht mit einer Limousine vom Flughafen abgeholt wurde, aber ich verkniff mir die Frage danach. Der Kaviar war allerdings sehr gut muss ich schon sagen, nur leider machte sich dann der Hunger bemerkbar. Die Begrüßung dauerte ungefähr eine halbe Stunde mit Zimmervergabe und groben Überblick für die Woche was so ansteht.
Ich ging dann in mein Zimmer und packte meine Sachen aus. Die Kamera hatte ich dabei, nur leider hatte ich das Ladegerät für den Akku vergessen. Ich sah es vor meinem inneren Auge auf dem Schrank liegen. Ich fluchte ein paar Minuten vor mich hin, dann sprang ich schnell unter die Dusche und zog leichte Sachen über, dann begab ich mich in die Stadt. Komischerweise war ich nicht müde, trotz des langen Fluges.
Als ich auf dem Weg in die Stadt war traf ich auf zwei Mädels die in der Lobby einen Stadtplan studierten. Einen Stadtplan hatte ich auch nicht, würde heißen ich verlaufe mich oder aber ich nehme die beiden Mädels einfach mit. Gesagt getan, nach einer schnellen Begrüssung und kennen lernen machten wir uns schon auf den Weg. Die Stadt war mit Menschen voll, und nebenbei erfuhr ich noch einiges mehr über meine zwei Begleiterinnen, wir gingen von Geschäft zu Geschäft. Ich kaufte mir Batterien, weil ich ja irgendwie die Eindrücke festhalten wollte. Ihr sollt ja auch was davon haben, wie schön es hier ist und sein wird. Man soll nicht glauben wie schnell die Zeit vergeht wenn man Spass hat, so waren wir drei bis sieben Uhr in der Stadt und haben eigentlich so jedes Geschäft besucht das es dort gab, ich muss sagen zum Glück war es eine überschaubare Stadt und daher nicht so groß.
Gegen Acht gab es dann das Abendessen, ok ich habe erst dann gegessen. Ein Glück ist das mit dem Abendessen großzügig ausgelegt von 18 bis 22 Uhr. Nach dem Abendessen ging ich dann auf mein Zimmer und fiel todmüde ins Bett, und ich weiß wieder warum ich Shoppen nicht mag, mir taten die Füße weh ein Wahnsinn.

Das war mein erster Tag, wie ich oben schon schrieb liege ich jetzt am Strand. Das Frühstück war heute auch sehr reich gedeckt, Säfte, Früchte, Obst, verschiedene Marmeladen, Wurst, Brote? ich könnte das ewig weiterführen, es blieb einfach kein Wunsch offen. Nachher so gegen 15 Uhr fahren wir mit dem Bus zu alten Ruinen und erkundigen diese. Darauf freu ich mich schon wahnsinnig. Ich werd jetzt noch etwas dösen und schwimmen.

Wir sehen uns dann in zwei Wochen wieder, wenn ich dann noch zurückkommen will.

Liebe Grüsse von der Urlauberin

(shy)

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05.11.2007 19:46

Feldpost anno 2000

An Rekr.

C.W.

IAss.Zg / 2Ass.Kp

2474 Gattendorf

Hi Chris!

Als erstes einmal Danke wegen dem Brief! Hab mich echt voll gefreut. Aber ich muss dich enttäuschen, mein Briefinhalt wird sicher nicht gerade aufregend, aber ich schreib' dir wenigstens oder? Der Gedanke zählt!

Übrigens, woher hast du meine Adresse? Kannst mir ruhig wieder schreiben, freu mich immer über Briefe und schreiben tu ich sie auch gerne!!!

Ach du tust mir echt leid, dass du in diesem "scheiß Bundesheer" bist. Echt, ich würde durchdrehen. 3 Monate Berufschule sind ja schon genug für mich!!!

In letzter Zeit bin ich nämlich selten zu Hause, immer bei Paul, meinem Freund, aber von dem habe ich dir sicher schon erzählt oder? Zur Zeit bin ich echt voll glücklich, aber nun Schluss damit, weil ich nicht auch noch dir die Ohren vollsülzen will...

Wie kommst du eigentlich darauf, dass ich deinen Brief wegschmeissen will???

Der kommt natürlich in meinen Ordner, in dem ich alle Briefe aufbehalte.

Arbeiten ist jetzt auch voll blöd, weil die Karin (bei der ich im Büro gesessen bin) hat gekündigt. Jetzt komme ich wahrscheinlich da zur Andechsstraße hinaus ("R" Endstation). Ist eh in der Nähe von dir.

Wenn du das Bundesheer hinter dir hast, können wir ja mal Mittag gehen wenn du willst!?!

So jetzt werde ich bald zum Ende meines Meisterwerkes kommen. Hi Hi...

Also dann- ich zähle die Minuten, bis dein Brief kommt!!

Bussi Karin

P.S. Blend' nicht zuviele Rehe!!!

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04.11.2007 06:46

Liebe Mutti...

Liebe Mutti...

Nun schreibe ich dir einen Brief, wusstest du, dass das hier Pflicht ist? Ein Brief nach Hause minimum...

Das ist doch seltsam, oder? Es würde mich nicht wundern, wenn sie die Briefe öffnen und lesen... wehe dem, der schlecht über das Lager schreibt.

Nun, ob es nun den Brief an zu Hause, Zwang gibt oder nicht, ich schreibe gerne. Vor allem, weil es regnet und es etwas langweilig ist.

Es tut mir ja schon irgendwie leid, dass ich erst auf die Idee komme euch zu schreiben, wenn mir langweilig wird. Aber ist das nicht die Idee von Ferienlager? Kann mir gar nicht mehr vorstellen, warum ich anfangs so aufgeregt war und gar nicht wollte, dass ihr mich am Bahnhof alleine lasst

Schon seit zwei Tagen tut es nichts anderes als regnen... Gestern war das noch nicht so schlimm. Wir waren den ganzen Tag bei uns in der Hütte... wir haben alles total umgestellt. Damit wir mehr Platz haben um drinnen zu spielen, Twister und so. Unsere Betten stehen jetzt beisammen, ganz hinten an der Wand und wir haben sie gestapelt (aber warum erkläre ich das, du weiß ja nicht wie es hier aussieht..)... jetzt haben wir total coole Stockbetten.

Oben schlafen Jenny und ich, unten Marijke und Kathi, aber heute wollen wir die Matratzen am Boden auflegen und Pyjamaparty machen... ist eigentlich nicht viel anders als sonst auch... eigentlich ist es komplett gleich... nur eben ohne die Betten...

Ich versteh' mich mit allen total super... weiß gar nicht mehr warum ich anfangs so unsicher war was Marijke angeht... vielleicht weil ich sie so schlecht verstanden habe... aber das geht jetzt besser... ich kann sogar schon ein paar Sachen in höllandisch... Wir haben auch schon unsere Adressen ausgetauscht... wir wollen uns unbedingt schreiben, wenn wir wieder daheim sind...

Kathi hat gerade ganz aufgeregt berichtet, dass es bald besseres Wetter geben soll (Sie hat ein kleines Radio, aber das geht nur mit Kopfhörern). Ist schon komisch, sie so zu sehen. Eigentlich ist sie die ruhigste von uns drei, aber wenn wenn man sie in Fahrt kommen lässt... Wenn du das sehen könntes... dann würdest du mich wohl nicht mehr als deinen Wirbelwind bezeichnen...

Wir müssen gleich ins Haupthaus, zum Mittagessen, weiß gar nich was es heute geben soll...

Ich vermisse euch ganz doll und auch wenn es hier so schön ist, freue ich mich schon auf zu Hause.

Schöne Grüße an alle und knuddel Barney und Phil von mir

deine

Annika

(WalterSobchak)

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